====== 09.01.2026 - Das Echo der Explosion ====== Die Lage in Ravencross hatte sich dramatisch verschlechtert. Die Stadt stand am Rande des Zusammenbruchs, während Inquisitoren und Soldaten zunehmend die Kontrolle übernahmen. Die Eisengilde war zersplittert und operierte nur noch im Geheimen, nachdem Vodochan nach einem Angriff auf Calissias Herberge hatte fliehen müssen. Die Herberge selbst war niedergebrannt, und die Gilde kommunizierte nur noch durch Briefe und Gerüchte. Das frostige Winterwetter machte das Überleben im Freien nahezu unmöglich. Ilion rief die Gruppe zu einem dringenden Treffen im Mausoleum auf dem Friedhof zusammen. Dort berichtete er von einer beunruhigenden Nachricht, die er von einem Medium namens Cassandra erhalten hatte. Ein Anhänger Sangriels war auf dem Weg, ein mächtiges und gefährliches Artefakt nahe der Grenze zu Wernfell zu bergen. Die Gruppe musste sofort aufbrechen, um das Artefakt vor ihm zu erreichen. Florence erkannte das beschriebene rote Wappen mit dem Beil als das eines Edelmanns aus Skyrend, was die Dringlichkeit der Mission unterstrich. Bevor sie aufbrachen, nutzte die Gruppe die Gelegenheit, sich mit wichtigen Vorräten einzudecken. Murphi kaufte Rationen und profitierte dabei von ihrem Status als Gildenmitglied, um einen besseren Preis zu erhalten. Die Gruppe diskutierte über weitere Ausrüstung wie Kettenhemden und Waffen, stellte aber fest, dass einige wichtige Gegenstände wie Seile bereits ausverkauft waren. Die Reise begann anstrengend. Einige Mitglieder der Gruppe hatten Schwierigkeiten mit der körperlichen Belastung, was zu Erschöpfung führte. Florence litt unter grässlichen Albträumen, die seine Weisheit vorübergehend schwächten, während Unk durch die Strapazen geschwächt wurde und Nachteile bei seinen Angriffen erlitt. Trotz dieser Rückschläge setzte die Gruppe ihre Reise fort. Am ersten Abend erreichten sie einen kleinen See nördlich von Ravencross. Dort entdeckten sie eine seltsame Szene: Bauwagen und ein Feuer, wobei sich herausstellte, dass nur einer der Wagen echt war und die anderen lediglich bemalte Holzattrappen. Um das Feuer herum tanzte ein kleiner, nackter Kobold in einer merkwürdigen, fast rituellen Weise. Florence flog hinauf, um die Situation zu erkunden, und bestätigte die ungewöhnliche Szenerie. Murphi näherte sich dem Kobold und begann, mit ihm zu tanzen. Der Kobold schien erfreut und überreichte ihr eine magische Schriftrolle, die ein Objekt für kurze Zeit toxisch machen konnte. Auch Unk und Ilion erhielten Geschenke vom Kobold: Unk bekam ein kleines Ledersäckchen, während Ilion ein wertloses Stück Blech erhielt. Die Stimmung war zunächst friedlich und fast heiter. Doch als Mil versuchte, den Wagen des Kobolds zu betreten, änderte sich die Situation schlagartig. Der Kobold wurde aggressiv, sprang auf Mils Rücken und kratzte ihn mit seinen Krallen. Mil reagierte instinktiv und verschlang den Kobold komplett, was die anderen Gruppenmitglieder schockierte. Im Wagen selbst fand Mil nur wertlosen Krempel, und als er versuchte, einen Zauber zu wirken, manifestierte sich eine schwache magische Energie, die ihn daran hinderte, seinen Feuerzauber bis zur nächsten langen Rast zu nutzen. Die Gruppe schlug ihr Nachtlager auf und teilte sich die Wachen. Murphi und Mil übernahmen die erste Wache, während Florence zu Mil ging, um sich für dessen Rettung zu bedanken und seine Dienste anzubieten. Mil wies das Angebot jedoch ab. Die Nacht verlief ruhig, und die Gruppe konnte sich ausruhen. Am nächsten Morgen setzten sie ihre Reise fort. Mil fand eine Heiltrank in einem Glasfläschchen, während Florence die anderen mit seinem Enthusiasmus ansteckte und ihnen Mut machte. Unk fand zwei Rationen und einen mächtigen Speer, verstaucht sich aber den Knöchel und verlor dabei etwas Kraft. Murphi fühlte sich erschöpft und konnte nicht von der allgemeinen Motivation profitieren. Die Gruppe erreichte schließlich eine eisige Bergpassage an der Grenze zu Wernfell. Die Kälte war schneidend, und die Umgebung war karg und unwirtlich. Ilion spürte eine starke magische Präsenz von einem großen, ungewöhnlich geformten Stein, der mitten in der Passage stand. Als er den Stein berührte, reagierte dieser mit einem blauen Schimmer und öffnete sich rollend, um einen dunklen Abstieg in die Tiefe freizulegen. Die Gruppe stieg vorsichtig in das unterirdische Verlies hinab. Der Gang war dunkel und aus Stein, und die Luft war schwer von einer bedrohlichen Atmosphäre. Nach einer Weile erreichten sie einen quadratischen Raum, in dessen Mitte ein schwarzer Obsidian-Altar stand. Der Altar strahlte eine sehr starke und gefährliche dunkle Magie aus, die alle spüren konnten. Ilion warnte die Gruppe, sich dem Altar nicht zu nähern. Plötzlich schoss ein Schattengeist aus der Dunkelheit hervor. Das Wesen schwebte ohne Beine und begann, die Gruppe zu umkreisen. Es griff Unk an und saugte Energie aus ihm, was ihn schwächte. Unk versuchte, den Geist mit seiner Obsidian-Keule zu treffen, aber der Schatten ging einfach durch den Schlag hindurch. Florence machte sich unsichtbar, um dem Geist zu entkommen, während Will ihn mit einem magischen Geschoss angriff. Murphi versuchte, den magischen Stein an ihrem Ring zu aktivieren, und hörte eine telepathische Stimme, die ihr befahl, ihn zu werfen. Sie warf den Stein auf den Schattengeist, der daraufhin geblendet wurde und wild um Mil herumflitzte. Mil nutzte die Gelegenheit und schoss ein magisches Geschoss auf den Altar, wodurch ein Teil davon absplitterte. Murphi warf dann Silbermünzen auf den Geist, der daraufhin schrie und aus dem Raum floh. Die Gruppe stellte fest, dass der Schattengeist nur durch Silber oder magische Kräfte verwundbar war. Mil schlug vor, Silbermünzen einzuschmelzen, um ihre Waffen zu verstärken. Er nutzte seinen Feuerzauber, um das Silber zu schmelzen und es an den Waffen der Gruppe zu befestigen. Florence, der zuvor alle seine Finger durch einen magischen Blitz vom Altar verloren hatte, erhielt provisorische Silberklauen als Ersatz. Die Operation war schmerzhaft und schwächte ihn erheblich, aber sie gab ihm die Möglichkeit, wieder zu kämpfen. Die Gruppe setzte ihre Erkundung fort und fand einen Raum mit einem großen Brunnen, über dem ein Holzsteg und ein Galgen mit einem Kessel hingen. Ein umgestürzter Tisch lag in einer Pfütze, daneben ein Ledersäckchen mit Münzen, die alle mit dem Stempel eines blattlosen Baumes versehen waren. Murphi trank aus dem Brunnenwasser und war danach fest davon überzeugt, unsichtbar geworden zu sein, obwohl dies nicht der Fall war. Weiter im Verlies entdeckten sie einen warmen Raum mit einem Lagerfeuer, Tischen und Stühlen. Auf den Tischen lagen gebratene Ratten und Kelche mit klarer Flüssigkeit. In einer Nische fanden sie eine einfache Trommel und eine Panflöte, beide mit grünen Blättern bemalt. Die Gruppe nutzte die Gelegenheit, um sich kurz auszuruhen. In einem weiteren Raum trafen sie auf Knurrk, ein Warzenschwein-ähnliches Wesen mit einem Totenkopf als Kopf, das eine Kerze hielt. Knurrk erklärte, dass er durch einen Bannzauber an diesen Ort gebunden war und sich nicht bewegen konnte. Er erwähnte einen Schatz, den "Shard of Death", und gab der Gruppe detaillierte Anweisungen, wie sie zu einer Kathedrale gelangen konnten, wo sich das Artefakt befinden sollte. Knurrk sprach von seinem namenlosen Meister, einem großen, dünnen Mann mit schwarzer Kutte und langen, fettigen Haaren. Die Gruppe folgte Knurrks Anweisungen und stieß auf eine weitere Tür. Als sie diese öffneten, sprang der Kopf einer gigantischen Kobra hervor. Unk griff die Schlange mit seinem Obsidian-Speer an und traf sie empfindlich, doch die Kobra biss zweimal zu und schlug Unk bewusstlos. Florence schaffte es, die Tür zuzuziehen, gerade als die Schlange mit dem Kopf dagegen hämmerte. Mil versuchte verzweifelt, Unk zu stabilisieren, scheiterte jedoch trotz mehrerer Versuche. Unk starb an seinen Verletzungen. In diesem Moment fiel eine neue Figur aus einem Schacht: Faye, eine Halbling-Diebin, die auf der Suche nach wertvollen Gegenständen war. Sie schloss sich der Gruppe an und übernahm Unks Ausrüstung, darunter zwei Dolche und einen Speer. Die Gruppe hatte kaum Zeit, sich zu sammeln, als der Schattengeist erneut erschien. Der Geist griff Ilion an und saugte Energie aus ihm, bis er bewusstlos zusammenbrach. Dann wandte er sich Murphi zu und schlug auch sie nieder. Florence versuchte verzweifelt, seine Gefährten zu stabilisieren und griff den Geist mit seinen neuen Silberklauen an, verfehlte ihn jedoch. Mil, in einem letzten verzweifelten Versuch, warf den magischen Stein von Murphis Ring auf den Schattengeist. Der Stein explodierte in einem verheerenden Feuerbrunst, der alle in der Nähe erfasste. Die Explosion tötete Murphi, Florence und Neville sofort. Ilion überlebte knapp mit einem Funken Leben und stabilisierte sich selbst. Der Schattengeist war stark geschwächt, aber die Gruppe war fast vollständig ausgelöscht. Ilion stand allein inmitten der verbrannten Leichen seiner Gefährten, während die Dunkelheit des Verlieses ihn umgab.